Donnerstag, 7. März 2013

Frühlingsgefühle

Leute, der Lenz ist da!


Ich habe das Laufen wieder entdeckt und habe viele Leute beim Sportieren getroffen, die allesamt glücklich aus der Wäsche geguckt haben.

Das tat so richtig gut, endlich raus!
Endlich nicht mehr die dicken Jacken!
Endlich Licht!
Laufschuhe an, Jacke zu, die Treppen runter, tiiiiiieeeef einatmen: UND

Endlich wieder über den Winter gelagerte Kuhexkremente! Jaaaaa, das ist Süddeutschland!

Dies war der dunkelste Winter aller Zeiten und man hat sehnsüchtig auf die ersten warmen Tage gewartet. Aber die Bauern auch!

"Denen laufen die Gruben über! Die wissen nicht mehr wohin damit!",

Naja, sag ich da. Da wurde das Prinzip der Schlemmgrube (die Kuh macht durch ein Metallgitter und in einer Grube wird das über den ganzen Winter gesammelt und im Frühling auf Wiesen und Äcker gesprüht - manche ertränken die Wiese auch) wohl nicht zu Ende gedacht.

In Baden-Württemberg ist das Düngen mit Gülle nach jeder Maht zulässig. Egal, wie viel Grad es hat, oder wie oft. Wenn der Bauer vorher mäht, dann darf er fahren. Ich wohne in einer sogenannten ackernahen Siedlung. Ich kann das gut beobachten.

Ihr kennt ja sicher Alpenmilch. Wird für die lila Schokolade benutzt, kann man aber auch in Tetrapak kaufen. Warum will man Alpenmilch? Weil die Milch durch die Blumen und Kräuter, die die Kühe fressen besonders aromatisch werden soll. Das gleiche gilt im Übrigen für Käse.

Auf der Wiese vor unserem Haus wächst nur noch Löwenzahn! Als ich ein Mädchen war, war es einmal ein Maisfeld und danach lag es eine kleine Weile brach. Danach sind da Blumen gewachsen, die ich gepflückt habe.... Nun wird die Wiese als Futterwiese gebraucht. Der Bauer rechnet sich aus, wie viel Futter von der Wiese abfällt. Und dafür wird gejaucht, was das Zeug hält. Jetzt wächst da nur noch Löwenzahn.

Im Übrigen kaufe ich natürlich trotzdem die Milch von den heimischen Molkereien, weil ich es doof finde, dass Milch durch ganz Deutschland gekarrt wird. Aber manchmal riecht die Milch nicht lecker, sondern nach Kuhfladen. Schade!

Ich bin übrigens nicht objektiv, das muss ich zugeben. Ich habe nur bemerkt, das mein Blog eine Möglichkeit ist, mir mal Luft zu machen.

In den vergangenen Jahren habe ich schon auf mehreren Wegen versucht dies zu verarbeiten. Die erste Variante war, dass ich unserem Radiosender einen Vorschlag zukommen lassen wollte. SWR 3 bringt immer im Frühling eine lustige Reihe: "Wer piept denn da?"

Hier wäre meine Variante gewesen:

Hallo SWR3,

ihr verbreitet momentan soviel Frühlingsgefühle über's Radio. Bei uns kommt euch da ein ganz anderer zu Hilfe. Hier ein Bild von unserem „Frühlings-Sprenkler“, unter dem Motto: „Wer stinkt denn da?“:

Seine Heimat ist der ländliche Raum, wobei er seinen natürlichen Lebensraum immer öfter Richtung Stadt verlässt um dicht neben Wohnsiedlungen sein Unwesen zu treiben. Er verlässt seine Winter-Grube mit Vorliebe an den ersten warmen Tagen des Frühlings und bedroht damit den Lebensraum der „Wäschespinne“,„Balkonnistler“ und „Terassengriller“, die sich selbst erst langsam wieder, nach einem langen Winter, ansiedeln. Eine besonders aggressive Gattung dieser Rasse ist in Süddeutschland anzutreffen. Er verschwindet anschließend für eine Zeit lang, um dann im Hochsommer wieder zielsicher an einem der ersehnten Tage der Abkühlung aufzutauchen.

Viele Grüße 

Dann entdeckte ich in unserer Tageszeitung einen Artikel, der den Bauern eigentlich noch Rückendeckung gab, was ich schade fand. Man sollte durchaus mal kritisch darüber nachdenken, wie viel zu viel ist....
Bei allem Verständnis kommen einem aber Zweifel an der Häufigkeit und Menge der Ausbringung. Die Fachmänner werden jetzt sagen, dass ein Laie ihnen nichts vormachen könne über Nährstoffbedarf und Nährstoffüberschuss aber ein im Internet (Quelle: stuttgart.businesson.de) gelesener Artikel gibt jedem zu denken:

UMWELT/GRUNDWASSER
Südwesten: Zu viel Nitrat im Grundwasser
Baden-Württemberg. Trotz Gegenmaßnahmen ist das Grundwasser in Baden-Württemberg weiterhin durch Nitrat belastet. Nitrat bleibe «das Sorgenkind Nummer eins», sagte Landesumweltministerin Tanja Gönner (CDU) am Freitag, 28.08.2009, anlässlich der Veröffentlichung der Überwachungsergebnisse 2008. Demnach wurden an jeder neunten Messstelle im Land zu hohe Werte gemessen. Die Qualitätsvorgabe der EU liegt bei 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser. In Baden-Württemberg werden drei Viertel des Trinkwasserbedarfs aus Grundwasser gedeckt.
Nitrat wird überwiegend über Düngemittel aus der Landwirtschaft ins Grundwasser eingetragen. In höheren Mengen gilt es als gesundheitsschädlich.

Ich hoffe, ich bin damit jetzt keinem Landwirt auf die Gummistiefel getreten, denn ich kenne mindestens einen, der mit diesem Thema gewissenhaft umgeht. Wie gesagt, ich wollte mir mal Luft verschaffen und die Seite der Laien, die aber immerhin neben den gegüllten Weiden wohnen zeigen.

Frühlingshafte Grüße und nix für ungut!
Eure
Tanja

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