Für die Firma KRUPS durfte ich als Leckerscout die KRUPS Prep and
Cook 4 Wochen lang testen. Eine Mulitfunktions-Küchenmaschine mit dem
Slogan "Die ganze Küche in einem Gerät".
Selten ist mir
eine Bewertung so schwer gefallen, wie dieses Mal. Ich bin auch schon 2
Tage über der Abgabezeit, was ich praktisch nie bin.
Ich
hatte erst ziemliche Probleme mit der Prep and Cook. So intuitiv, wie
ich es erwartet hatte, gestaltete sich für mich die Bedienung nämlich
nicht. Aber je mehr Übung ich mit der Prep bekomme, desto besser finde
ich sie.
Verpackung und Aufbau
Ein riesiger Karton im Karton, mit
Füllmaterial, kam bei mir an. Das nenne ich wirklich sicher verpackt!
Der Aufbau ist ziemlich einfach, auspacken und auf die Arbeitsplatte
stellen. Den Deckel muss man zusammensetzen, was aber in der Anleitung
gut beschrieben ist. Eine Plastikscheibe mit Gummiring muss richtig
herum aufgesetzt werden, fest drücken und *klick* sitzt er fest. Dann
könnte man eigentlich schon loslegen. Aber ein Blick in die Anleitung
schadet nicht.
Zubehör
- Universalmesser
- Schlag-/und Rühraufsatz
- Misch-/und Rühraufsatz
- Knet-/und Mahlwerkzeug
- optimale Aufbewahrung für alle Aufsätze
- Dampfeinsatz
- Küchenspatel komplett aus Silikon
- Reinigungsbürste
- 1 Kochbuch (300 Rezepte für 1 Mio. Menüvarianten) mit:
- Schnellstartanleitung
- Programme
- Anwendung des Zubehörs
- Beschreibung der automatischen Programme
- Basisrezepte
- Code zur Registrierung des Geräts bei KRUPS zur kostenlosen Bestellung eines weiteren Kochbuchs (100 Rezepte für jeden Tag)
- Schnellstart auf DIN4 Blatt
Was kann die Maschine (oder nicht)?
Zerkleinern:
Zwiebeln
und Knoblauch, z.B. für das Weiterkochen eines Schmorgerichts, geht
super. Nüsse und Schoki, Parmesan kann sie ganz gut. Crushed Ice geht
ganz ordentlich.
Hackfleisch kann man ganz toll mit dem Universalmesser machen.
Einen
Hobel kann sie aber nicht ersetzen. Weißkohlsalat z.B.: Das Messer
püriert unten munter vor sich hin, während oben noch ganze Kohlblätter
verharren. Hier müsste man alle 5 Sek. mit dem Küchenspatel in die Mitte
schieben und vermengen. Das ist meiner Meinung nach nicht so praktisch!
Aber mit etwas Übung kann man da schon noch was erreichen. Ein
Gemüsekuchen ist mir gelungen, und ich war ganz angetan. Das heißt,
Lauch und Paprika hat er mit meiner 5 Sek.-Methode gut geschafft.
(Rezept auf den Tellerrandnotizen)
Mixen:
Smoothies,
Suppen und Soßen aufmixen ist der Hammer! Vor allem der Bananensmoothie
hat uns umgehauen. Das war schon fast eine Bananen-Milch-Crema, die da
entstanden ist, so feinporig. Allerdings hatte ich das falsche Messer
eingesetzt, was ich jetzt aber immer so mache. Ein paar Bananenstücke
bleiben übrig.
(Automatik-Programm) Teig:
P 2 Hefeteig kneten und anschließendes
40 Min. gehen lassen bei 30°C
Diese
Funktion ist schon praktisch, muss ich zugeben. Den Teig gleich in der
Schüssel gehen lassen hat was. Ab 500 g Mehl tut sie sich allerdings etwas
schwer und es erscheint manchmal ein Sicherheits-Hinweis (SECU) auf dem Display
und sie verordnet sich eine kleine Zwangspause. Es gibt einiges mehr zu
reinigen als bei herkömmlichen Knetmaschinen, da hier ein
Messerpropeller arbeitet und sich unter dem Aufsatz und im Aufsteckteil doch ganz schön viel Teig absetzt.
P3 Rührkuchen
macht sie anstandslos, wie jede gute Küchenmaschine. Was mir besonders
gefällt ist, dass sie in der unteren Drehzal wirklich sehr leise ist!
Es
gibt einiges mehr zu reinigen als bei herkömmlichen Rührmaschinen,
viele Teigreste am Rührarm (UND darunter!). Aber den Rühr-/und Schlagarm
braucht man genau so. Warum kann man im nächsten Punkt erfahren.
Aufschlagen:
Bis
zu 7 Eiweiß kann die Prep schlagen. Das ist nicht der Eischnee, den ich
sonst so fabriziert habe. Der war o.k. und hat auch den Über-Kopf-Test
bestanden. Dieser hier aber glänzt unheimlich und ist feinporig und doch
fest, perfekt!
Sahne allerdings verteilt er an den
Wänden und zwischen Sahne und Butter ist nur ein Sekunden-schmaler Grad.
Es lohnt sich erst ab 500 ml Sahne die Prep zu nutzen und dann üben,
üben, üben....
Emulgieren (Automatik-Programm, Dessert):
Bei geringer Hitze rühren...
kennt
man bei Lemon Curd und Co. Das ist mein absolutes Highlight der
Maschine! Ich habe ein Maracuja Curd gemacht, zum dahinknien, und das
ohne dass ich wirklich dabei war! Hier spart man Zeit und Nerven (es
gelingt wirklich immer!) und diesmal auch Abwasch, weil man sich das mit
dem Wasserbad sparen kann.
Auch Schoko-/ und Vanillepudding ohne
Stärke geht einfachst! Alles rein in den Pott und Knöpfchen drücken.
Und selbst Tüten-Pudding macht er so gut, dass es irgendwie wie eine
Dessert-Creme schmeckt. Wirklich schönes Programm!
Gleichzeitiges Garen und Rühren (Automatik-Programm, Garen):
P1 Gedünstetes,
P2 Schmorgerichte,
P3
Risotto Schmorgerichte werden ebenso leicht und einfach von selbst
gegart und gerührt. Einige vermissen die Röstaromen. Mir sind die nicht
mehr so wichtig. Ich habe festgestellt, dass das Fleisch (ja, auch Hack)
sanft erhitzt viel saftiger ist. Aber das ist Geschmackssache. Chili,
Gulasch und Kollegen kann man auf jeden Fall in der Prep "aufsetzen", in
Ruhe vor sich hin rühren lassen und sich anderer Dinge widmen. Das ist
ein großer Pluspunkt!
Anmerkung:
Wenn Hackfleisch zubereitet wird, unbedingt SEHR gut vermengen und
verteilen, sonst hat man am Ende eine gigantische Riesen-Frikadelle im
Topf. (Mein Jabba-the-Hutt-Erlebnis kann man auf den Tellerrandnotizen
lesen.)
Garen und Pürieren (Automatik-Programm, Suppe):
P1 Feine Suppen und
P2
grobe Suppen kann sie. Das heißt, sie gart die Zutaten und bei P1
püriert sie automatisch, so dass man eine feine Suppe nach dem
"Fertig"-Piep servieren kann.
Diese Funktion hat mich etwas
enttäuscht. Ich bin von meinem Philips SoupMaker feinere Suppen gewohnt.
Meine Vermutung ist, dass die Prep nicht richtig gart. Ich hatte immer
ein etwas grieseliges Ergebnis, was sich anfühlte, als ob man noch
knackiges Gemüse püriert hat. Schade, denn mein SoupMaker kann nur für
2, max. 3 Personen kochen. Mit der Prep wollte ich eigentlich die ganze
Mannschaft versorgen. Aber ich werde manuell an der Garzeit schrauben,
das wird schon.
Dampfgaren mit Automatik-Programm
Man
gibt 0,7 l in den Behälter, setzt sein Gargut in den mitgelieferten
Dampfkorb. Diesen setzt man wiederrum in den Behälter und verschließt
den Deckel. Hier kann man noch wählen, ob viel Dampf (max.) oder weniger
(min.) im Kessel dampfen soll. Für empfindlichere Zutaten kann auch
weniger reichen. Dann drückt man auf das Dampfprogramm und fertig. Ich
habe Lachs und Germknödel damit getestet und es gab keine Beanstandung.
Der Lachs ist sogar, naja, perfekt geworden! Der Silikonteil am
Dampfkorb-Griff ist Gold wert, man kann sofort nach Gar-Ende den Korb
heraus holen, ohne sich zu verbrennen.
Automatik-Programm, Saucen:
Mehlschwitze!
Ich mache Béchamel meist eigentlich nur für meine Lasagne und für
meinen überbackenen Chicoree. Die Käse-Béchamel für "Drüber" war so was
von cremig! Ich kann eine ordentliche Mehlschwitze, ganz bestimmt. Aber
das war einfach nur cremig! Wunderbar, und während mir die Prep die
cremigste Béchamel ever rührt, bereite ich den Rest für den jeweiligen
Auflauf vor.
Die Hollandaise* ist mir leider nicht jedes Mal gelungen. Sie war doch
recht flüssig, aber da ich noch in der Lernphase bin, gebe ich ihr noch
eine Chance, denn ich habe glaub ich nicht den korrekten Rüharm benutzt.
Nachtrag: *Auch hier war das mitgelieferte Kochbuch nicht ganz korrekt. Das Kochbuch, welches man anfordert, enthält ein besseres Rezept mit weniger Flüssigkeit und hier soll man auch den Rührarm benutzen, nicht den Schlagarm. Heute probiert und perfekt geworden!
Manuell:
- 12 Geschwindigkeiten (incl. 2 Intervall)
- Temperatur 30 - 130 °C (in 5 °C Schritten)
- Zeit in 5 Sek. bis 120 Minuten
- Fassungsvermögen - 4,5 Liter (Nutzkapazität: 2,5 Liter), für 4 bis 6 Portionen
Sicherheit
Es gibt einen on/off Knopf und ein Stromkabel, und
zwar eines, das endlich mal lang genug ist! Wenn man vergisst, die KRUPS
Prep and Cook auszuschalten, dann geht sie in den Standby.
Sie
hat einen Sicherheitsdeckel, der einrasten muss, damit der Motor
starten kann. So wird Sauerei vermieden und man kann nicht bei
rotierendem Messer hineinfassen. An der Maschine, wie am Deckel sind
Pfeile, um die Richtige Position zu finden. Mit etwas Übung funktioniert
das ganz gut. Öfnnet man den Deckel bei Betrieb, hält sie sofort an.
Nach Wiederverschließen kann das Programm durch erneutes drücken der
Start/Stop Taste fortgesetzt werden.
Das Messer findet
von alleine seinen Platz, d.h. man gibt es auf den Antrieb und es
rutscht in die richtige Position. Das finde ich nicht nur sicher, weil
ich es einfach reinplumpsen lassen kann, sondern auch irre praktisch!
Überarbeiten
kann sich die Maschine auch nicht, weil sie eine Sicherheitsabschaltung
(wie schon erwähnt) besitzt. SECU wird im Display angezeigt, wenn der
Motor eine Pause braucht.
Reinigung:
Der Deckel besteht aus 3 Teilen, unter denen sich
Schmutz und Wasser absetzt. Es empfiehlt sich, bei jeder Reinigung den
Deckel auseinander zu bauen, was aber zugegeben recht einfach geht. In
der Beschreibung wird das zwar mit Spatel erklärt, ich mach das aber
mittlerweile mit den Fingern. Wie lange das das Material mitmacht muss
man sehen.
Auch den Gummidichtring am Deckel kann man
einfach herausnehmen, was man auch immer wieder mal machen sollte. Es
setzen sich wirklich viele Reste in die kleinen Ritzen ab. Und nachher
trocknet es unschön.
Den Motorantrieb kann man mit dem
Sicherungsring durch einfaches Drehen entfernen. Dann kann alles außer
dem Antrieb und dem Ring in die Spülmaschine. Auch wer von Hand spült
sollte den Antrieb regelmäßig entfernen, denn dort setzen sich Reste ab.
Der Schlag-/und Rühraufsatz hat kleine Zwischenräume, in denen sich viel Teig absetzt.
Im Kochbuch, das man mit dem Registrierungscode anfordern kann wird noch ein Tipp gegeben:
„Für eine einfachere Reinigung können Sie nach der Verwendung Ihrer
Maschine eine Vorreinigung durchführen. Leeren Sie den Behälter und
positionieren Sie den Schlag-/Rühraufsatz im Behälter, füllen Sie 0,7 l
Wasser ein und geben Sie ein paar Spritzer Spülmittel hinzu.
Verschließen Sie den Deckel mit dem Dampfverschluss und stellen Sie das
Programm wie folgt ein: Stufe 7 / 90 °C / 1 Minute.
Drücken Sie
„START“. Wenn die Maschine auf Warmhalten schaltet (Piepton), stoppen
Sie das Gerät und setzen Sie die Reinigung manuell mit Leitungswasser
fort.“
Das kann schon mal das Gröbste erledigen, manchmal reicht es sogar aus.
Fazit:
Leider hat am
Anfang nicht so arg viel geklappt, was ich ausprobiert hatte. Die Rezepte
aus dem mitgelieferten Rezeptbuch sind anscheinend nicht alle korrekt.
Das
Kochbuch, das man mit dem Code anfordern kann scheint mir überarbeitet,
denn hier werden andere Angaben zum Chili und zur Hollandaise gemacht,
die ich z.B. erstmal in den Sand gesetzt hatte. Insgesamt gefällt es mir
auch viel besser als das mitgelieferte Kochbuch.
Bei
dem mitgelieferten lässt sich auf einzeln umklappbaren Rezeptkarten nach
Belieben ein Menü kombinieren. Hört sich super praktisch an. Mir ist es
etwas zu unübersichtlich und wenn man das Buch aufstellen will, hängen
die Gänge so durch.
Da die
Maschine ziemlich viel Power hat, liegen manchmal zwischen Sieg und
Niederlage über ein Gericht nur wenige Sekunden (z.B. Sahne, Gemüse
zerkleinern...)
Die Reinigung schreckt mich manchmal
ab, die Prep anzuschmeißen. Da nehme ich doch lieber eines meiner
kleineren Geräte. In der Prep setzt sich viel in kleine Ritzen ab und
z.b. unter den Antrieb. Den Deckel sollte man jedes Mal
auseinanderbauen. Auch der Rührarm für Rührteige ist mit seinen kleinen
Zwischenräumen ein "Teigfänger", welchen man nicht mit abklopfen
herausbekommt.
Andererseits macht der aufwendig zu reinigende Rührarm, genau so wie er ist, hervorrangende Arbeit beim Eischnee.
Den
Topf empfinde ich als schwer, wenn ich mit einem Spatel Reste aus dem
Topf holen möchte und dann mit einer Hand das ganze Gewicht halten muss.
Wenn
man schon Küchengeräte hat, wie z.B. KitchenAid, muss man schon sehr
überlegen, ob man so viel Geld für eine Multifunktions-Küchenmaschine
ausgeben möchte.
Wer aber noch keine Maschine besitzt,
die kocht und rührt, wird davon begeistert sein! Denn man kann in der
Zeit anderes erledigen.
Das Saucen und Desserts
Automatikprogramm hat mir die leckersten Soßen und Cremes gezaubert,
dass ich ihn eigentlich nicht mehr hergeben möchte.
Auch eine Vinaigrette hat er mir so genial emulgiert, dass es fast die Konsistenz von Mayonnaise hatte.
Für
den regulären Preis, ich sag es ganz ehrlich, würde ich sie mir nicht
kaufen. Da ich aber mein Test-Gerät (verbilligt) abkaufen kann, darf sie
bleiben!
Ich glaube nämlich, dass sie mir mit noch mehr Übung richtig ans Herz wachsen wird!
Danke
Danke
für diesen tollen Test!
Viele Grüße!
Eure
Tanja